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Ayler Schloss wird zur Seniorenresidenz

Neuer Besitzer und neue Nutzung: Das Schloss in Ayl wechselt den Besitzer. Und nicht nur das. Es bekommt vor allem eine neue Nutzung: Nach dem Konzept des „Betreuten Wohnens“ werden hier künftig ältere Menschen in 16 Mietwohnungen ein neues Zuhause finden. Der Freudenburger Wolfgang Hammes (rechts) hat das imposante Anwesen aus dem Jahr 1823 mit seinen rund 900 Quadratmetern Wohn- und knapp 3000 Quadratmetern Gesamtfläche kurz vor Weihnachten vom Ockfener Albert Faas gekauft.

Nach dem Vorbild der Seniorenresidenz „Marienpark“ in Freudenburg, die Hammes ebenfalls betreibt, möchte er auch in Ayl „Betreutes Wohnen“ aufziehen. Ideale Ergänzung bietet ihm seine Frau Wilma (2.v.r.): Die gelernte Krankenschwester leitet den privaten Pflegedienst „Humania“. Sie wird – wie auch im „Marienpark“ – auf Wunsch den Mietern die unterschiedlichen Dienste von „Humania“ anbieten.

Grundsätzlich ist die Betreuung eine Option, kein Muss. Gleichwohl wird es eine 24-Stunden-Bereitschaft geben, ein Fahrdienst soll eingerichtet werden. Das gesamte Gebäude wird barrierefrei ausgebaut, alle drei Etagen werden über einen Außenaufzug erreichbar sein. Die geplanten 16 Wohnungen sollen zu erschwinglichen Preisen ausschließlich vermietet, nicht verkauft werden. Die kleinste Wohneinheit sieht nach dem mit der Planung beauftragten Saarburger Architekten Ludwig Lorth zwei Zimmer vor. Im Schnitt seien die Wohnungen rund 50 Quadratmeter groß, berichtet Wolfgang Hammes bei einem Termin vor Ort. Alle Wohnungen werden mit Küche und Bad ausgestattet, im Erdgeschoss soll es einen Gemeinschaftsraum für die Bewohner geben. Der großzügige Park mit Teich und alten Bäumen steht den Mietern selbstverständlich zur Nutzung zur Verfügung.

Bevor die ersten Bewohner einziehen können, muss Wolfgang Hammes noch ein wenig umbauen beziehungsweise renovieren. Dies betrifft im Wesentlichen die Punkte Barrierefreiheit, Brandschutz sowie die energetische und die weitere Sanierung des Gebäudes. Im April sollen die Arbeiten beginnen, Mitte nächsten Jahres soll das Haus bezugsfertig sein.

Was mit dem dazugehörigen Kelterhaus des einstigen Weingutes sowie dem riesigen Keller passiert, ist nach Auskunft des neuen Besitzers derzeit noch unklar. Ideen gebe es, sie seien aber noch nicht spruchreif.

Bürgermeister Jürgen Dixius (2.v.l.) ist über den Verkauf und die künftige Nutzung überaus erfreut. „Ich bin froh, dass der Erhalt dieses historischen und ortsbildprägenden Gebäudes gesichert ist und bin dankbar, dass Vorbesitzer Albert Faas (3.v.l.) so viel in dem Gebäude gemacht und dafür gesorgt hat, dass es nicht verfällt. Dass hier Betreutes Wohnen hinkommt, finde ich äußerst positiv. Denn während wir in der Verbandsgemeinde viel für junge Familien tun und Wohnraum schaffen, müssen wir uns gleichzeitig auch darum bemühen, Angebote für ältere Menschen zu machen. In Freudenburg und Saarburg sowie bald in Ayl gibt es dann solche Angebote. Bestrebung sollte sein, etwas Ähnliches auch an der Obermosel zu schaffen."

Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger (links) ist gleichermaßen erfreut über das künftige Angebot in seinem Ort: "Ich möchte, dass Ayler hier alt werden können, und dazu wird das Schloss schon bald eine attraktive Möglichkeit bieten. Wir sind stolz, dass dieses tolle Anwesen erhalten bleibt und es mit Wilma Hammes auch noch an eine gebürtige Aylerin geht“, sagt er augenzwinkernd.