Jugendherberge soll im April 2019 wiedereröffnen

Größer als bisher und ganz modern: Sie wird eine der schönsten und modernsten deutschlandweit, die neue Jugendherberge in Saarburg. Das hat der Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland des Deutschen Jugendherbergswerks angekündigt. Eine Investition in Höhe von mehr als sechs Millionen Euro ist dem Verband dieses Ziel wert. Während der Infoveranstaltung der Stadt Mitte Mai zu aktuellen Projekten in der Stadthalle Saarburg haben Jacob Geditz, Vorstandsvorsitzender des Landesverbands, und der beauftragte Planer Matthias Dimmer vom gleichnamigen Architekturbüro in Stadtkyll (siehe Entwurf) die Pläne für den Um- und Anbau vorgestellt.

Am bisherigen Standort auf dem Bottelter in Saarburg ist das erweiterte, künftig dreistöckige Gebäude-Ensemble geplant. Ein idealer Standort für die Jugendherberge, nicht allein wegen des traumhaften Blicks ins Saartal, sondern auch wegen ihrer zentralen Lage und der fußläufigen Erreichbarkeit der Innenstadt, da sind sich der Vorstandsvorsitzende und Bürgermeister Jürgen Dixius einig. Über die im Bebauungsplan festzulegende Gebäudehöhe und -kubatur soll gewährleistet werden, dass sich der künftige Gebäudekomplex gut in die Silhouette auf dem Bottelter einfügt.

Insgesamt wird die Jugendherberge wachsen: Hielt sie in der Vergangenheit 103 Betten vor, werden es künftig 176 Betten sein. 30.000 Übernachtungen jährlich – statt wie bisher 12.500 – hat sich der Landesverband zum Ziel gesetzt. Anders als bisher soll das Haus künftig das ganze Jahr über geöffnet bleiben.

Vom touristischen Mehrwert durch dieses Angebot ist der Bürgermeister fest überzeugt. Dies zeige sich nicht erst, seit die Jugendherberge im Frühjahr 2015 wegen Mängeln beim Brandschutz und geforderten Nachbesserungen schließen musste. Gerade auch für Familien, die Saarburg und die Region besuchen wollen, habe sich die Jugendherberge in den zurückliegenden Jahren zur wichtigen Alternative zu anderen Übernachtungsangeboten entwickelt.

Vier der insgesamt 36 Gästezimmer werden barrierefrei sein. 32 Zimmer sind als Fünf-Bett-Zimmer konzipiert. Alle Zimmer werden mit Dusche und Toilette ausgestattet. Zwar bleibt der Altbau bestehen, erhält jedoch einen komplett neuen Eingangs- und Empfangsbereich. Neben der Rezeption werden die Gäste im Erdgeschoss unter anderem mit einem Bistro, einer Cafébar, einer SB-Automatenzone und dem Restaurantbereich empfangen. Die Planung sieht ein Restaurant mit „Frontcooking“-Küche und Blick über die Saar vor.

Der frühere Gästetrakt im Altbau wird Aufenthalts- und Veranstaltungsbereich mit großzügigem Raumangebot. Nicht weniger als sechs Seminarräume - zwischen 20 und 70 Quadratmetern groß - sowie einem 140 Quadratmeter großen Saal mit bis zu 170 Plätzen sind vorgesehen. Ein zusätzlicher attraktiver Aufenthaltsort verspricht die geplante große Dachterrasse zu werden. Auch einen Spiel- und Freizeitraum sowie einen Außen-Erlebnisbereich – unter anderem mit Lagerfeuerplatz und Grillhütte – sieht die Planung vor.

20 Pkw-Stellplätze wird es unmittelbar an der Jugendherberge geben. Bezüglich des zu erwartenden Verkehrsaufkommens bei erweitertem Herbergsbetrieb und der Verkehrsführung in der schmalen Straße Bottelter sieht Geditz wie Dixius kein Problem. Nach seiner Erfahrung reise der Großteil der Gäste mit dem Zug an und laufe zu Fuß vom Bahnhof zur Herberge beziehungsweise von dort aus in die Stadt, erläutert Vorstandsvorsitzender Geditz. Das Busaufkommen halte sich sehr in Grenzen, ihn hätten bislang nie diesbezügliche Beschwerden erreicht.

Bürgermeister Jürgen Dixius verweist darauf, dass die Straße bis vor wenigen Jahren, als es noch den Reitstall auf dem Bottelter mit 54 Pferden gab, deutlich stärker befahren gewesen sei.

Die im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens von der Verwaltung in Auftrag gegebene verkehrsplanerische Untersuchung durch das Fachbüro Vertec kommt zu folgendem Ergebnis: „Die ausgewiesenen Mehrbelastungen durch die Umbaumaßnahmen der Jugendherberge führen aus verkehrsplanerischer Sicht weder hinsichtlich der Funktion (Leistungsfähigkeit und Verkehrsfluss der betroffenen Knotenpunkte) noch bezüglich der Gestaltung (Ausbaugrad, Querschnitt der betroffenen Streckenzüge) zu Problemen.“

Nach Zählung, Auswertung und Prognose des Fachbüros sind entlang der Zufahrtsstraße zur Jugendherberge künftig 126 Fahrten täglich zu erwarten. Das entspreche 63 Zu- und 63 Abfahrten. Die Zahl beinhaltet alle Fahrten – vom Lieferverkehr über An- und Abreisen, Hin- und Wegfahrten von Personal oder Gästefahrten zum Einkaufen in die Stadt. Sechs dieser Fahrten, drei Zu- und drei Abfahrten, entfallen auf Lkw und Busse.

Der Beginn der Um- und Anbauarbeiten ist für Herbst 2017, die Eröffnung für April 2019 geplant.