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Drei Soldaten finden ihre letzte Ruhe - Appell für den Frieden

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor gut 75 Jahren herrscht in unserer Region Frieden. Gedenkstätten wie der landeseigene Ehrenfriedhof in Kastel-Staadt erinnern an die schrecklichen Folgen von Krieg und Gewalt. Weit über 1000 Soldaten wurden auf dem Felsplateau bestattet – viele von ihnen in einem Massengrab für unbekannte Tote. Der Ort ist damit sowohl Ruhe- als auch Gedenkstätte und Mahnmal. Noch heute werden an früheren Kriegsschauplätzen Gebeine von Gefallenen geborgen.


Kurz vor Kriegsende, zwischen Ende Februar und Mitte März, starb neben Dutzenden anderen Zivilisten sowie Soldaten der Obergefreite Karl Rien in Zerf im Alter von 28 Jahren. Zum Zeitpunkt seines Todes waren amerikanische Soldaten bis zur Ruwer vorgerückt und besetzten etliche Dörfer. Ursprünglich stammte Karl Rien, der aufgrund einer Erkennungsmarke identifiziert werden konnte, von der Nordseeinsel Borkum. Am Mittwoch, 27. Mai, wurde er auf dem Kasteler Ehrenfriedhof im Beisein von Pastor Georg Goeres, Bürgermeister Jürgen Dixius und Harald Lahr, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg und Raimund Schneider von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) beigesetzt. 

Die Polizeiinspektion Saarburg, die an der Exhumierung der Kriegstoten beteiligt war, hat sich an die ADD gewandt, welche sich mit der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg-Kell dazu entschieden hat, die Kriegstoten auf der Kriegsgräberstätte Kastel-Staadt beizusetzen. Raimund Schneider erklärte, dass auf der Gedenkstätte ein dauerhaftes Ruherecht für die Kriegstoten gesichert wird.

Außerdem wurden die sterblichen Überreste eines unbekannten Soldaten begraben, der vermutlich 1945 im Hochwald gefallen ist. Die erst kürzlich aufgefundenen Gebeine mit einer halben Erkennungsmarke eines weiteren Soldaten, der im März des letzten Kriegsjahres gestorben ist, wurden in ein bereits bestehendes Grab überführt.

Mit der Beerdigung, die rund 75 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges stattfand, wollten Bürgermeister Jürgen Dixius und ADD-Vertreter Raimund Schneider auch ein besonderes Zeichen für den Fortbestand von Frieden und Freiheit setzen.  „Der Friede darf nicht verjähren“, mahnten die Teilnehmer. Abschließend wurde ein Blumenbukett zum Gedenken an alle hier bestatteten Kriegstoten niedergelegt.

Welches Leid Krieg und Terror verursachen, wird Besuchern des Ehrenfriedhofs in Kastel-Staadt eindringlich vermittelt. Das Friedhofskreuz, das hoch über dem Saartal thront, steht als Mahnmal oberhalb der Gräber. Wer mehr über die Gedenkstätte erfahren möchte, kann die Internetseite ehrenfriedhof.vg-saarburg.de besuchen.