Wappen

Vierherrenborn

Die jüngste Ortsgemeinde in ganz Rheinland-Pfalz ist Vierherrenborn. Um die offizielle Gründung zu ermöglichen, verabschiedete der Landtag 1954 ein eigenes Gesetz. Dieses sah vor, Flächen von Hentern, Irsch, Wiltingen und Baldringen auszugliedern und zusammmenzuführen. Aus  einer landwirtschaftlich geprägten Siedlung wurde damit eine eigene Ortsgemeinde. 


Die Geschichte lässt sich heute noch nachvollziehen, wenn man durch die Landschaft im Osburger Hochwald fährt. Zwischen den einzelnen Häusern liegen  riesige Grünflächen, Felder und Gärten. Auf rund 400 bis 500 Metern Höhe finden sich statt eines Dorfkerns weit verstreute Anwesen, meist in Gruppen – jedes mit Blick auf die Täler und Hügel des Hunsrücks.
Das Zentrum des dörflichen Lebens ist der Bereich rund um die Kapelle Maria Königin und das Bürgerhaus. Bevor das Gebäude zu einem Gemeinschaftszentrum umgebaut wurde, war es eine Schule, die zwischenzeitig als Jugendgästehaus genutzt wurde. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten sind ein großer Saal inklusive Küche für Veranstaltungen und ein Gemeinderaum, der von Vereinen, Gruppen und einem offenen Jugendtreff genutzt wird, entstanden. Direkt an die ehemalige Schule schließen sich eine Grillhütte, ein Spiel- und ein Bolzplatz an. Das Gelände ist damit bestens für Feiern geeignet, weshalb es sowohl Schauplatz für die Kirmes als auch private Festivitäten ist. Das Areal rund um das Spielfeld dient außerdem als Zeltplatz.
An der Hauptverkehrsader zweigt auch ein Weg zum Vierherrenbrunnen ab, dem die junge Ortsgemeinde ihren Namen zu verdanken hat. Der denkmalgeschützte Born ist ein historischer Grenzpunkt der drei Grundherrenschaften Irsch, Wiltingen und Zerf. Für diese waren vier Vögte zuständig, die an dem Ort vor rund 400 Jahren zusammengekommen sein sollen: ein Herr von Sötern und  ein Herr von Warsberg für Wiltingen, ein Amtsmann aus Saarburg als Vertreter des Trierer Kurfürstentums für Irsch und ein Vogt, der in Zerf die Interessen des Propstes von St. Paulin vertrat. Nachdem die Siedlung zunächst unter Irsch I und Irsch II bekannt war, entschied man sich bei der Gründung dafür, die Ortsgemeinde nach dem Born  zu benennen. In Erinnerung an die Namensherkunft prangen auf dem Wappen der Gemeinde die Embleme der vier Herren auf einem runden Brunnenbecken.
Bevor Vierherrenborn seine heutige Bezeichnung erhielt und die Landschaft von Weiden und Äckern mit Gerste sowie Roggen überzogen wurde,  war der größte Flächenanteil bewaldet. Der Eichenforst diente zur Gewinnung von Gerberlohe. Als die Schälwaldbetriebe Ende des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich nicht mehr rentabel waren, rodete man die Bäume und begann, das Areal zu kultivieren.  Landwirte, die teils aus der Region, aber auch aus anderen Gebieten Deutschlands stammten, begannen, auf dem neu erschlossenen Terrain ihre Betriebe aufzubauen. Noch heute machen Agrarflächen den größten Anteil des Gemeindegebiets aus. Die meisten der Haupt- und Nebenerwerbslandwirte haben sich auf die Haltung von Rindern spezialisiert. Wer berufstätig ist und nicht auf einem der Bauernhöfe arbeitet, pendelt nach Saarburg, Trier oder in einen der größeren Orte. Da Vierherrenborn verkehrsgünstig zwischen der B 268 und der B 407 liegt, ist es leicht mit dem Auto zu erreichen. 

 

Mehr Informationen unter www.vierherrenborn.de