Verbandsgemeinde Saarburg-Kell im Überblick

Steile Weinberge, Märchenwälder und grüne Wiesen prägen die abwechslungsreiche Landschaft der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell. 28 Ortsgemeinden und die Stadt Saarburg befinden sich in dem Gebiet, das Obermosel, Saartal, Saargau und Hochwald umfasst. Damit ist die junge Verbandsgemeinde, die am 1. Januar 2019 durch einen Zusammenschluss der ehemaligen Verbandsgemeinden Saarburg und Kell am See entstanden ist, die größte im Kreis Trier-Saarburg.

 

Wirtschaft und Tourismus im Dreiländereck Rund 33 400 Menschen wohnen da, wo andere Urlaub machen. Die meisten Einwohner hat der Verwaltungssitz Saarburg. Circa 7500 Menschen leben in der einzigen Stadt der Verbandsgemeinde, die jedes Jahr das Ziel Tausender Besucher ist. Vor allem die Saarburg, die über der Altstadt thront und ein Wasserfall, der zwischen historischen Gebäuden im Zentrum 17 Meter herabstürzt, sind Anzugspunkte.

Der Tourismus ist für die gesamte Region ein wichtiger Wirtschaftszweig, denn sowohl Wanderer und Fahrradfahrer als auch Kulturinteressierte und Entspannungssuchende kommen in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell auf ihre Kosten. Ein ausgedehntes Wegenetz verbindet zahlreiche Orte miteinander – im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, aber auch am Moselsteig oder am Saar- und Moselradweg. Auf so manch einem Pfad sind bereits die Kelten und Römer gewandelt, die ihre Spuren in Form von Schmuck, Waffen und Ruinen hinterlassen haben. Auch archäologische Funde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit liefern Belege für eine frühe Besiedlung.
Heute zieht es die Menschen unter anderem wegen ihrer günstigen Lage im Dreiländereck Deutschland-Luxemburg-Frankreich in die Verbandsgemeinde. Vor allem an der Weinmosel sind die kulturellen und sprachlichen Einflüsse der Nachbarländer zu spüren. Viele Menschen in der Grenzregion pendeln zur Arbeit ins Großherzogtum Luxemburg mit seinem starken Finanzsektor. Innerhalb der Verbandsgemeinde stehen die meisten Stellen im mittelständisch geprägten Handwerk, Handel und Gewerbe sowie im Gesundheitswesen zur Verfügung.
In Saarburg sind Industrie- und Gewerbegebiete entstanden, die auch Großbetrieben Chancen zur Ansiedlung bieten. Das Mittelzentrum punktet überdies durch seinen Einzelhandel. Außerdem steht in der Stadt das Kreiskrankenhaus St. Franziskus, das als großes Gesundheitszentrum für die gesamte Region von Bedeutung ist.
Auch Landwirtschaft und Weinbau sind tragende Säulen der lokalen Wirtschaft. Einige der Winzer, deren Reben an den Hängen von Saar und Mosel sprießen,  genießen internationales Ansehen und sind mit ihren Produkten auf der ganzen Welt Botschafter der Region.


Bevölkerungsentwicklung und Bürgerbeteiligung Die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell wächst. Steigende Einwohnerzahlen verzeichnen vor allem die Stadt Saarburg und die Ortsgemeinden im Grenzbereich zu Luxemburg. Beispielsweise hat Wincheringen – mit circa 2300 Bürgern das größte Dorf in der Verbandsgemeinde – in den vergangenen zehn Jahren circa 500 Neubürger begrüßt. Auch andere Ortsgemeinden wachsen über ihre früheren Grenzen hinaus, indem Neubaugebiete erschlossen werden. An vielen Stellen in der Verbandsgemeinde ist das Bauland noch vergleichsweise günstig, was vor allem junge Familien anzieht. Die Dörfer gewinnen aber nicht nur durch neue Flächen an Attraktivität sondern auch durch die Aufwertung der alten Bausubstanz. Mit Unterstützung durch Förderungsprogramme können vielerorts historische Gebäude renoviert und so die gesamte Ortschaft aufgewertet werden. Eine alte Mühle in Zerf aus dem 19. Jahrhundert ist nach ihrer Sanierung zum Beispiel zur Begegnungsstätte geworden und in so manch altes Bauernhaus sind Bewohner gezogen, die die Immobilie in Eigeninitiative zum wahren Schmuckstück aufgewertet haben.
Obwohl der Bevölkerungstrend der Verbandsgemeinde insgesamt positiv ist, schrumpfen manche – meist kleinere – Gemeinden. Die Ursache dafür liegt vor allem im demografischen Wandel. Um diesem zu begegnen hat die ehemalige Verbandsgemeinde Saarburg bereits 2016 das Projekt „Aufbau aktiver Dorfgemeinschaften“ gestartet, das inzwischen in sechs Ortsgemeinden erfolgreich läuft. Im Rahmen von LEADER wird das Programm von der Europäischen Union gefördert. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgen dazu zu motivieren, sich aktiv an der Zukunftsgestaltung ihres Ortes zu beteiligen. Den Menschen wird eine Plattform geboten, um sich auszutauschen und Visionen für ihr Dorf zu entwickeln. Dabei haben sich in den Modellgemeinden Projektgruppen zu Themen wie Tourismus, Gesundheit, Senioren, Festkultur, Umwelt, Kommunikation oder Nachbarschaftshilfe gebildet.
Auch in Gemeinden, die nicht an dem Projekt teilnehmen, gibt es Angebote für Jung und Alt, die häufig ehrenamtlich organisiert werden – zum Beispiel Fahrdienste für eine verbesserte Mobilität oder gemeinsame Gruppenaktivitäten. Im 330-Seelen-Ort Mannebach gibt es sogar eine Dorfgesundheitshütte, ein kleines Fitnessstudio, das mit Trainingsgeräten ausgestattet ist und von jedermann genutzt werden kann.
Einen wesentlichen Beitrag zur Gemeinschaft liefern die zahlreichen Vereine. Egal ob Musik, Sport oder Soziales – in jeder der 28 Ortsgemeinden und in der Stadt Saarburg sind Gruppen aktiv, die den Alltag bereichern, Feste und Feiern organisieren oder begleiten und so das Zusammenleben stärken. Ohne den Einsatz ihrer Bürgerinnen und Bürger hätten viele Dörfer nicht den Charme und die Anziehungskraft, die sie heute ausstrahlen. 


Investitionen für die Zukunft Um aktuellen Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu begegnen, investiert die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell. Ein Schwerpunkt des Haushalts soll 2019 auf dem Ausbau und der Sanierung der Grundschulen liegen. Im Bereich der Nachmittagsbetreuung sind in den vergangenen Jahren viele Plätze entstanden. Damit die Kinder auf optimale Bedingungen für ihre Weiterentwicklung treffen, will die Verbandsgemeinde die passenden Rahmenbedingungen schaffen. Den Eltern soll so eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht werden. Die nachfragegerechte Einrichtung von Kindertagesstätten hat bereits dazu beigetragen, dieses Ziel zu erreichen.
Neben dem Ausbau der Schulen steht in diesem Jahr auch das Thema Hochwasserschutz weit oben auf der Investitionsliste. Im vergangenen Jahr kam es in Folge starker Regelfälle im Mai und Juni in mehreren Gemeinden in der Region zu Überschwemmungen. Um ähnliche Situationen in der Zukunft zu vermeiden, sollen zahlreiche Gewässer mit Hilfe von Fördermitteln des Landes renaturiert werden. Natürliche Rückhaltebecken können dann die Wassermassen von den Ortschaften fernhalten. Zudem möchte die Verbandsgemeinde in den Ausbau und die Instandhaltung ihrer Infrastruktur investieren.
Ziel all dieser Maßnahmen ist es, den Bürgern weiterhin eine hohe Lebensqualität zu bieten. Sie sollen sich in der noch jungen Verbandsgemeinde Saarburg-Kell wohlfühlen.