Auf dem Weg zu einem neuen Hallenbad

Auf dem Weg zu einem neuen Hallenbad

Mit dem Neubau des Hallenbads in Saarburg investiert die Verbandsgemeinde gezielt in die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler und Vereine. Schwimmbäder sind nicht nur Orte der Freizeitgestaltung, sondern auch der Gesundheitsförderung, der Schwimmausbildung und der sozialen Begegnung. Gerade in Zeiten, in denen vielerorts Bäder schließen müssen, ist der Neubau ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit der Region.

Mit der Auswahl des neuen Konzeptes zum Bau eines Hallenbades und der Sanierung des Freibades in Saarburg hat die Verbandsgemeinde bereits wichtige Grundlagen für die weitere Planung geschaffen.

  • Warum ein neues Hallenbad gebaut wird

    2022 wurde von Seiten der Verbandsgemeinde beschlossen, eine Bestands- und Bedarfsanalyse der Bäder der Verbandsgemeinde in Auftrag zu geben. Diese ergab für das Hallenbad in Saarburg, welches 2023 seinen 40. Geburtstag feiern konnte, dass trotz attraktivem Wasserflächenprogramm und sehr gutem Pflegezustand sowohl das Gebäude als auch die technischen Anlagen baukonstruktiv und technisch das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hatten. 

    Im November 2023 fasste der Verbandsgemeinderat daraufhin den Grundsatzbeschluss, weiterhin ein Hallenbad in Saarburg betreiben zu wollen und zur Planung eines Neubaus Mittel in den Haushalt einzustellen.

    Im Mai 2024 entschied der Rat einstimmig, die Planungsleistungen für einen mittelfristigen Neubau des Hallenbads sowie die Sanierung der Freibäder Saarburg und Kell am See auszuschreiben. Bis zur Fertigstellung dieser Planungen sollte das Hallenbad in seiner jetzigen Form weiterbetrieben werden.

    Am 17./18. Mai 2024 wurde das Hallenbad dann aufgrund eines durch Starkregen ausgelösten Hochwassers in Teilbereichen überflutet und massiv beschädigt.

    So kam es zu einem, durch den Wasserdruck der Leuk verursachten, Bruch der hinteren Glasfassade, der einen Wassereintritt und die Überflutung und Verschlammung des gesamten Nichtschwimmerbeckens und des Kinderplanschbeckens sowie des Rohrleitungssystems zur Folge hatte.

    Das schlammhaltige Hochwasser gelangte bis in das Untergeschoss, wo die Technik des Bades mehr als ein Meter komplett überflutet wurde. Sämtliche Umwälzpumpen, Spülleinrichtungen, Regelungseinrichtungen der Badewassertechnik sowie die gesamte elektrische Schaltanlage des Hallenbades waren nicht mehr betriebsfähig. Auch das Heizungsnetz inklusive des Blockheizkraftwerks sowie die Lüftungsanlage der Schwimmhalle konnten nicht mehr in Betrieb genommen werden.

    Umgehend hatte die Verwaltung ein technisches Gutachten beauftragt, um den Schaden festzustellen. Ergebnis dieses Fachgutachtens war, dass für eine Wiederinbetriebnahme des Bades in seiner jetzigen Form ein nahezu vollständiger Rückbau aller technischen Einrichtungen notwendig wäre.

    Der Projektbeginn für den Neubau eines Hallenbades wurde aufgrund der Schadenslage entsprechend beschleunigt, der geplante Weiterbetrieb des Hallenbades bis zur Fertigstellung eines Neubaus war allerdings nicht mehr möglich.

  • Der Standort des neuen Hallenbads

    Wo wird das neue Hallenbad gebaut?

    Das neue Bad wird als Ersatzneubau nach dem Abriss des jetzigen Bades an gleicher Stelle erfolgen. Es gibt für die Verbandsgemeinde keinen anderen verfügbaren Standort, der in einem absehbaren Zeitraum hätte bebaut werden können. Außerdem sollen Hallen- und Freibad zusammen an einem Standort betreiben werden, um personelle, technische und energetische Dinge besser miteinander zu organisieren und einen Kombibadbetrieb zu ermöglichen.

    Was bedeutet "Kombibad"?

    Unter Einbeziehung des vorhandenen Freibades sollen die  Voraussetzungen geschaffen werden, das Bad in den Sommermonaten zukünftig als Kombibad aus Hallenbad und Freibad zu betreiben. Besucherinnen und Besucher können dann beide Bäder gemeinsam nutzen und flexibel zwischen Innen- und  Außenbereich wechseln, je nach Wetterlage.

    Wie wird die Nähe zur Leuk berücksichtigt?

    Der Neubau sowie die Integration und Sanierung der Freibadanlage werden so konzipiert, dass diese zukünftig einem möglichen Hochwasser wie in 2024 standhalten. Mittels eines hydrogeologischen Gutachtens und der Forderung mindestens HQ100 Vorgaben bei der Planung zu beachten wurde dies auch bereits in der Vorentwurfsphase verlangt. 

  • Der Planungswettbewerb

    Was ist ein Architektenwettbewerb?

    Bei einem Architektenwettbewerb entwickeln mehrere Planungsbüros Konzepte für ein Bauvorhaben. Eine unabhängige Jury bewertet die Arbeiten anschließend anhand vorher festgelegter Kriterien und wählt einen Favoriten aus.

    Gegenstand dieses Wettbewerbs war eine Konzeptplanung für ein Kombibad mit neu zu planendem Hallen- und zu sanierendem Freibad sowie dessen Außenanlagen. Die Verfahrensbetreuung des Wettbewerbs lag beim Büro Bäumler Architekten. Bewerbungsschluss war der 28. Juli 2025

    Wie viele Büros haben am Wettbewerb teilgenommen?

    Insgesamt hatten 38 Planungsbüros ihr Interesse an dem vom Verbandsgemeinderat beschlossenen Wettbewerb bekundet, 15 Büros wurden zur Abgabe von Vorschlägen zugelassen und beteiligten sich. Das mehrmonatige Wettbewerbsverfahren fand Mitte Dezember mit einer zweitägigen Jurysitzung seinen Abschluss.


    Wer hat über die eingereichten Entwürfe entschieden?


    Das Preisgericht, besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbandsgemeinde sowie externen Fachleuten aus Architektur und Stadtplanung, Bäderbau und Betriebspersonal, bewertete die eingereichten Arbeiten nach Kriterien wie Architektur, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Hochwasserschutz und Einbindung in die Umgebung. 

    Sachpreisrichter:
    1. Jürgen Dixius, Bürgermeister Verbandsgemeinde Saarburg-Kell
    2. Simone Thiel, Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell
    3. Roger Langers, Mitglied des Verbandsgemeinderates der VG Saarburg-Kell
    4. Hans Steuer, Mitglied des Verbandsgemeinderates der VG Saarburg-Kell

    Fachpreisrichter:
    1. Simone Grimm, Architektin, Saarburg
    2. Prof. Brigitte Häntsch, Architektin, Berlin
    3. Marcus Hille, Architekt und Stadtplaner, Ingelheim
    4. Anne Hugues, Architektin und Stadtplanerin, München
    5. Thomas Wirth, Landschaftsarchitekt, Kitzingen

    Sachverständige (ohne Stimmrecht)
    1. Dominik Fisseni, Verbandsgemeindewerke Saarburg-Kell
    2. Annette Hans, Vergabestelle Verbandsgemeinde Saarburg-Kell
    3. Dr. Egbert Adam, Dipl. Geologe, Serrig
    4. Alexander Glaeser, Badverwaltung Verbandsgemeinde Saarburg-Kell
    5. Carina Schumacher, Badleitung
    6. Monika Heimes, Projektsteuerung Verbandsgemeinde Saarburg-Kell
    7. Stefan Studer, Bäderfachlicher Berater, CH - Zug


  • Das Siegerkonzept und warum dieser Entwurf ausgewählt wurde


    Wer hat den Wettbewerb gewonnen?


    Nach intensiven Beratungen stimmte die Jury einstimmig für das Konzept der  Sacker Architekten GmbH, Freiburg mit faktorgruen Landschaftsarchitekten bdla beratende Ingenieure mbB, Freiburg.

    Warum dieser Entwurf ausgewählt wurde?

    Der Entwurf überzeugte die Jury durch eine klare städtebauliche Einbindung, einen prägnant gehaltenen Eingangsvorplatz sowie eine Holzkonstruktion, die sich zurückhaltend in die Landschaft einpasst. Besonders hervorgehoben wurde zudem die gelungene räumliche Verzahnung von Hallen- und Freibad, die künftig in den Sommermonaten als Kombibad betrieben werden sollen. „Die Arbeit überzeugt nicht nur nach erstem, sondern auch beim zweiten und dritten Blick in städtebaulicher, freiraumplanerischer, funktionaler und räumlich-gestalterischer Qualität.“ so die Beurteilung durch die Jury.

    Der Entwurf für das neue Freizeitbad Saarburg setzt auf Klarheit statt auf Geste. Das Gebäude ordnet den Ort, ohne ihn zu dominieren. Es fügt sich in die Landschaft an der Leuk ein und schafft eine präzise Beziehung zwischen Parkplatz, Freibad und Grünraum. Die Architektur ist ruhig, funktional und wirtschaftlich gedacht – ein Bau, der seine Aufgabe ernst nimmt und sie effizient erfüllt.

    Der eingeschossige Baukörper folgt einem klaren Raster. Nach Norden zeigt er einen geschlossenen Rücken zum Parkplatz, nach Süden öffnet er sich weit zum Freibad und zur Landschaft. Ankunft und Funktion liegen im Norden, Licht und Weite im Süden. Der Haupteingang orientiert sich selbstverständlich zum Vorplatz, das Freibad wird räumlich gefasst und klar lesbar eingebunden. Großzügige Verglasungen, gezielte Blickbeziehungen zur Altstadt und fließende Übergänge zwischen innen und außen sorgen für Orientierung und Aufenthaltsqualität.


    Die Freianlagen führen diese Ordnung fort. Ein neu gestalteter Eingangsplatz bildet die Adresse des Bades. Das Freibad erhält Terrassen, Liegewiesen, Spiel- und Sportflächen. Verkehr und Anlieferung bleiben im Westen funktional getrennt – der Außenraum gehört den Gästen.

    Im Inneren ist alles auf kurze Wege und klare Abläufe ausgelegt. Das Foyer bildet das Zentrum, von hier erschließen sich Umkleiden, Badehalle und Gastronomie. Die Funktionsräume liegen im nördlichen Riegel, die Badehallen öffnen sich nach Süden. Konstruktion und Gestaltung folgen demselben Prinzip: ein massiver Betonsockel für Technik und Dauerhaftigkeit, darüber eine filigrane Holztragstruktur für Raum, Licht und Atmosphäre. Holz und Beton bestimmen den Ausdruck, Photovoltaik und Solarthermie die Energie. Das Ergebnis ist ein robustes, nachhaltiges Bad – sachlich im Aufbau, großzügig im Erleben.

  • Wie es weitergeht und wann der Bau beginnt

    Der Verbandsgemeinderat entscheidet im Februar 2026 über die Auftragsvergabe der Architektenleistungen und die weiteren Planungsschritte sowie Ausschreibeverfahren. Nach Beauftragung des Architekten müssen im Anschluss dann noch Statiker, Technische Gebäudeausrüstung, Brandschutz, Bodengutachter beauftragt werden.

    Im Laufe des Jahres 2026 wird das Siegerkonzept dann zu einem finalen Planungsentwurf mit allen technischen Details weiterentwickelt. Parallel werden verbleibende Finanzierungsfragen geklärt und die Akquise von Fördermitteln aktiv vorangetrieben.

     Ab 2027 möchte die Verbandsgemeinde mit dem Bau des neuen Bades beginnen.


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