Die Zukunft aufgegebener Weinbergsflächen im Blick


Am 9. Juni 2026 fand auf Einladung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel gemeinsam mit den Verbandsgemeinden Saarburg-Kell und Konz die erste Flächenbörse für das Saartal statt. Ziel der Veranstaltung war es, Akteure aus Weinbau, Landwirtschaft, Tourismus, Verbänden und Kommunalpolitik zusammenzubringen, um Lösungen für den Umgang mit aufgegebenen Weinbergsflächen zu erörtern.

Im Mittelpunkt standen die zunehmenden Herausforderungen durch brachfallende und sukzessive verbuschende Weinbergsparzellen sowie die damit verbundenen Risiken für das Landschaftsbild, den Tourismus und den Pflanzenschutz.

Bürgermeister Jürgen Dixius begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Konz, Guido Wacht. Beide betonten die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens aller Akteure, um auf die aktuellen Entwicklungen im Weinbau angemessen reagieren zu können.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DLR Mosel stellten ihr Flächenbörsen-Konzept vor und erläuterten die Bedeutung einer frühzeitigen Meldung nicht mehr bewirtschafteter Flächen. Der Präsident des Weinbauverbandes Mosel, Walter Clüsserath, informierte über aktuelle weinbaupolitische Entwicklungen auf Landesebene. Der Klimaanpassungsmanager der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Florian Lauer, betonte die wirtschaftliche Bedeutung des Saarweinbaus sowie die Wertschöpfung, die das Weinbau- und Landschaftsbild für die Region und den Tourismus erzeugt.

Besonders thematisiert wurde die Gefahr durch die Amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus), die als Überträgerin der Goldgelben Vergilbung (Flavescence dorée) gilt. Die hochansteckende und meldepflichtige Quarantänekrankheit stellt eine erhebliche Bedrohung für den Weinbau dar. Vor diesem Hintergrund wurde eindringlich dazu aufgerufen, aufgegebene oder künftig nicht mehr genutzte Weinbergsparzellen möglichst frühzeitig beim DLR zu melden, damit diese in die weiteren Überlegungen der Kommunen und Fachstellen einbezogen werden können.

Bürgermeister Jürgen Dixius stellte zudem Möglichkeiten vor, wie aufgegebene Steillagen künftig gepflegt werden könnten. So wurde unter anderem der Einsatz der VG-eigenen ferngesteuerten Mulchraupe angesprochen. Darüber hinaus wurden Maßnahmen wie die Anlage von Retentionsmulden diskutiert, die dazu beitragen könnten, Niederschlagswasser in regenreichen Phasen zurückzuhalten und in Trockenzeiten verfügbar zu machen. Gleichzeitig könnten dadurch Erosionsschäden verringert und die Hangpflege verbessert werden.

An der Veranstaltung nahmen Winzerinnen und Winzer, Flächeneigentümer, Vertreterinnen und Vertreter der Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden, des Bauern- und Winzerverbandes, der Saar-Obermosel-Touristik sowie Landesbeamte der Offizialberatung des DLR Mosel teil.

Die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell dankt dem DLR Mosel sowie der Verbandsgemeinde Konz für die gute Zusammenarbeit und allen Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch. Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, wie wichtig ein frühzeitiger Dialog über die Zukunft der Weinbergsflächen ist, um die landschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Region nachhaltig zu sichern.